Doppeltraktion, aus dem leben einer modelleisenbahn  
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Museumstramway Mariazell am 19.07.2005 Veranstalter: Museumstramway

Mariazell ist nicht nur wegen der Kirche und der Bürgeralm (sehr sehenswert – Holzfällerland) eine Reise wert sondern für uns vor allem wegen der Museumstramway Mariazell. Hier gibt es über den Sommer die Möglichkeit gezogen von einer Dampftramway mit wundervoll restaurierten Wagen von Mariazell (gleich neben dem Bahnhof) zum Erlaufsee zu gelangen. Für den elektrischen Verkehr gibt es eine 700 m lange Strecke die demnächst erweitert werden soll. Wir hatten das Glück unter der Woche die heiligen Hallen, welche normalerweise nicht zugänglich sind, mit sämtlichen Leckerbissen privat gezeigt zu bekommen – inklusive einer Unmenge an Anekdoten und Geschichten.

In der Halle drängen sich dicht verschiedenste Fahrzeuge aus Wien, St. Pölten, der Wiener Lokalbahnen, aus Salzburg und der Überlandlinie nach Pressburg.

Selbst der Vorplatz ist gut versteckt von der Straße nicht einsehbar und beherbergt einige noch zu restaurierende Fahrzeuge und Ersatzteilspender.

Hier ist ein Straßenbahntriebwagen Jahrgang 1900 der Firma Ringhofer aus Prag auf einem Untergestell von Beckham. Hier erkennt man bereits die Liebe zum Detail, sämtliche Schilder und Zierleisten sind nach Originalplänen von Hand gemalt und keine aufgekleebten Folien. Auch wenn man es nicht sieht so haben wir erfahren, dass bei der Restaurierung zuerst Spax verwendet wurden (war wohl einfacher für den Tischler) aber durch Schlitzschrauben, wie es sie im Original gab, wieder ersetzt werden mussten.


Diese Elektrolok der Pressburgerbahn befuhr die Strecke von Schwechat bis Perg. Die dabei angehängten Personenwagen fuhren vom Bahnhof Wien Mitte bis Schwechat und von Perg nach Pressburg als Straßenbahn.

Das hier ist der 7m – der erste elektrische Straßenbahnwagen Wiens aus dem Jahre 1896. Eigentlich ist es ja ein umgebauter Pferdestraßenbahnwagen. Beeindruckend sind hier die Beleuchtungskörper und die verzierten Fenster der Dachlüftungen. Und hier haben wir auch den Grund erfahren warum es überhaupt zur elektrischen Straßenbahn kam; es wurde nämlich auf diese Art der Strom, welcher Morgens und Abends für die Beleuchtung verwendet wurde, verwendet. Ein Ein- und Ausschalten von Kraftwerken war damals nicht so einfach wie heute.


Hier ein Fahrzeug der Wiener Lokalbahnen aus dem Betriebsbereich Baden – Helenental. Wo doch früher überall Gleise lagen kann man sich heute gar nicht mmehr so recht vorstellen.

Der „gestohlene“ Wagen. Hier soll mal eine der vielen kuriosen Geschichten wie die Fahrzeuge nach Mariazell kommen erzählt werden. Der Betreiber der Museumtramway wusste dass dieser Wagen skartiert wird und wollte ihn unbedingt erstehen. Da noch ein anderer Interessent auftauchte hat er seine Insiderinformation genutzt, am letzten Einsatztag den Kaufpreis einbezahlt und den Wagen beim Einziehen in den Betriebsbahnhof sofort übernommen, verladen und abtransportiert. Von seinem Konkurrenten und dessen Bekannten bei den Wiener Verkehrsbetrieben musste er sich aber lange anhören er hätte den Wagen gestohlen – tja, schneller muss man sein.

Das hier ist ein Gepäcktransportwagen der St. Pöltner Straßenbahn, wobei an den Freitagen der Wagen immer mit Gittern gesichert auch die Löhne zu den großen Firmen transportierte. Da merkt man erst wie alt die „Güterbim“ wirklich ist.

Einige Einzelaufnahmen eines Pferdetramwaywagens aus 1868 und die Innenpolsterung einer Salzburger Straßenbahn. Weiters auch die exakte Instandsetzung von Fahrzeugen im Inneren. Sämtliche restaurierten Fahrzeuge sind Einsatzfähig und zum Betrieb zugelassen und auch immer wieder auch bei internationalen Veranstaltungen zu sehen.


Die Dampftramway Nummer 11 „Hellbrunn“ ist Jahrgang 1902 und aus Salzburg. Sie ist betriebsbereit und zieht an den Betriebstagen die Wagen abwechselnd mit der Dampflok „Stammersdorf“ zum Erlaufsee. Wobei der Aufwand enorm ist, denn das Vorheizen für den Betrieb dauert doch seine 6-7 Stunden.


Insgesamt sind es an die 100 verschiedene Wagen, welche großteils restauriert in der Halle stehen oder noch ihre Reparatur erwarten.

Euer Doppel Traktion Team